500 Jahre Täuferbewegung, Wort gewagt!

Täuferbote

Martin Zehentmayer in Schwäbisch Gmünd hingerichtet

von Andreas Castelberger

Am 7. Dezember 1529

Martin (Marthi oder Martha) Zehentmayer war ein täuferischer Märtyrer, der aus Langenmoosen bei Inchenhofen im Landkreis Aichach in Bayern stammte. Wahrscheinlich erlernte er das Malerhandwerk im benachbarten Augsburg. Dort muß er sich auch den Täufern angeschlossen haben. 1528 wurde er aus Augsburg vertrieben und ging nach Schwäbisch-Gmünd. Dort öffnete er dem Täuferbewegung Tür und Tor. Über 100 Menschen soll er in Kapellen und Privathäusern getauft haben. Dann wurde der Rat auf ihn aufmerksam und verhaftete Mitte Februar ihn und nacheinander 40 seiner Anhänger, darunter 19 Mädchen und Frauen. Sie erhielten nur Wasser und Brot und wurden den ganzen Sommer und Herbst über in den Türmen der Stadt festgehalten. 42 Wochen blieb Zehentmayer in Haft. Er wurde auch auf der Folterbank ins Kreuzverhör genommen und gestand, daß er alle Dinge gemeinschaftlich halten wollte. Am 4. Dezember 1528 wurde er mit einigen seiner Glaubensgenossen vor Gericht gestellt. Der Gmünder Rat konnte dies riskieren, da er auf die vom Schwäbischen Bund entsandten Truppen vertraute. Er wurde zum Tod durch das Schwert verurteilt. Am 7. Dezember 1529 wurde das Urteil außerhalb der Stadt vollstreckt.

Zehentmayer verfaßte ubter anderen Lieder: "Mit Freuden will ich singen" und "Aus tiefer Not schrein wir zu dir".

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